Die Geschichte des AHSC zu Hamburg

Das Werden des AHSC zu Hamburg ist ohne den AC – den Academischen Club zu Hamburg von 1859 – nicht zu verstehen. In Hamburg hatten sich bereits Mitte des 19. Jahrhunderts „frühere“ Corpsstudenten (damals gab es den Altherren-Status im heutigen Sinne noch nicht) zu regelmäßigen geselligen Treffen in Form von Kneipen zusammengefunden, sich „Academischer Club“ genannt und eine Satzung gegeben. Die darin bestimmte Kneipe in zweiwöchigem Abstand ist seit der Gründung ohne Ausnahme bis heute regelmäßiger Treffpunkt und wird dies in aller Zukunft bleiben. 

Bereits 1886 war der AHSC Altona – damals eine selbständige, von Hamburg unabhängige Stadt – gegründet worden, der  nach den Zweiten Weltkrieg und als Folge der durch das sog. Groß-Hamburg-Gesetz angeordneten Eingemeindung Altonas in Hamburg mit dem AHSC zu Hamburg verbunden worden ist. 

Die Gründung eines Hamburger AHSC neben dem AC war verbandspolitisch geboten, nachdem der AC 1897 das Ansuchen des VAC abgelehnt hatte, sich dem Gesamtverband der Kösener Alten Herren anzuschließen. Der AC hatte diese Ablehnung namentlich mit seiner Satzung begründet, die zur Aufnahme eines neuen Mitgliedes Einstimmigkeit und die „Ballotage“, d.h. die geheime Abstimmung vorschreibt (während man als Corpsstudent einem AHSC beitritt, ohne dass darüber abgestimmt würde).

Es zeigten sich bald Nachteile einer in Hamburg fehlenden „offiziellen“ Vertretung des VAC. Das Fehlen einer Vertretung aller in Hamburg, Altona und Umgebung war mehrfach in unliebsamer Weise vermisst worden, insbesondere bei Feierlichkeiten zu Ehren des Fürsten Bismarck (seit 1895). So fanden bereits 1897 Maßnahmen mit dem Ziel einer Vereinigung sämtlicher Alter Herren statt; man erstrebte eine vollständige Adress-Kartei und einen etwa dreimal im Jahr stattfindenden Kneipabend, der dann als „Musikkneipe“ auch mehrmals stattfand.

Indessen reichte der Zweck dieser losen Vereinigung, Corpskneipen abzuhalten, nicht aus, eine ständige Vertretung aller alten Herren in Hamburg und Umgebung herbeizuführen. So wurde im Herbst 1903 in einer Versammlung Alter Herren aus verschiedenen corpsstudentischen Gruppen – AC, AHSC Altona, diverse „Kreise“ – beschlossen, eine solche Vertretung vorzubereiten und hierzu einen übergreifenden Vorstand zu bilden. Diesem gehörten 5 AC-Mitglieder, 3 Mitglieder aus verschiedenen Gruppen und 2 Mitglieder aus dem AHSC Altona an. Nachdem im Mai 1904 die Gründung der Ortgruppe Hamburg beschlossen wurde, forderte man im selben Jahr zum Beitritt auf. 

Am 16. Januar 1905 ist dann der AHSC zu Hamburg formell errichtet worden. Seine ersten drei Vorstandsmitglieder waren prominente Mitglieder des AC: die Herren Prof. Dr. Eduard Zacharias Rhenaniae Heidelberg, Sueviae Tübingen (Vorsitzender), Dr. Walter Rüder Sueviae München und Dr. Heinrich Merck Vandaliae Heidelberg. 

Im Juni 1907 richtete der Vorstand des AC an alle AC-Mitglieder das Ersuchen, sich dem „Alte-Herren-Verbande“ anzuschließen. Das gilt bis heute: Jedes Mitglied des AC soll – wie ohnehin jeder Corpsstudent im örtlichen Bereich – dem AHSC angehören. Fünf Jahre nach seiner Gründung gehörten dem AHSC zu Hamburg ca. 110 Mitglieder an, davon 53 aus dem AC (von 84 aktiven Mitgliedern). Zum Vergleich: der AHSC Altona hatte zu dieser Zeit etwa 60 Mitglieder.

In der Folge haben immer AC-Mitglieder den Vorstand gebildet. Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich der AHSC – wie insgesamt die Corps – erfreulich und zählte zeitweilig mehr als 300 Mitglieder. Nach 1933 wurde es im Zuge der Verbote der Corps und Corpsverbände still um ihn – anders als der unbeirrt an seiner 14-tägigen Zusammenkunft festhaltende AC entfaltete er keine Aktivitäten.

Er wurde dann mit der rekonstituierenden Versammlung am 29. September 1950 von Mitgliedern des AC wiederbelebt. Zum Vorsitzenden wurde der damalige langjährige FM des AC, Otto Bothe Suevo-Borussiae EM gewählt, der beide Ämter noch lange ausübte. Vielfach waren – und sind – die Ämter im AC teilweise personalidentisch mit denen im AHSC. Zur Zeit ist seit etwa 30 Jahren E. Riechert Saxoniae Jena, Saxoniae Bonn FM des AC und Vorsitzender des AHSC. Und beide waren Vorsitzende einer der Kösener Kommissionen: Bothe leitete lange Jahre die Statutenkommission, Riechert die Verbändekommission.

Der AHSC veranstaltete in den Folgejahren  jährlich einen corpsstudentischen Kommers mit jeweils mehr als 400 Teilnehmern. Weiter veranstaltete er, u.a. damals noch bei Sagebiel und später in den Süllberg-Terrassen, ein jährliches Sommerfest, auch mit bis zu 400 Teilnehmern – Zahlen, die heute kaum noch möglich erscheinen, und die sich später laufend verringerten. Bis heute beliebt ist das AHSC-Gänseessen mit Kneipe. Um 1960 übernahm der AHSC den nach dem Kriege von den aktiven Hamburger Corps ins Leben gerufenen und im Hotel Atlantik glänzend gefeierten SC-Ball. Dieser „Ball der Corpsstudenten“ wird seit 25 Jahren zusammen mit den Weinheimern (der hiesigen, schon 1869 gegründeten WVAC) gefeiert, zunächst im Hotel Atlantik und infolge langsam geringer werdender Beteiligung im Hotel InterContinental, jeweils mit vorgeschaltetem feierlichem Dreigang-Menü.  

Seine Bedeutung hatte und hat der AHSC insbesondere auch in der „Außenpolitik“, nämlich in der Mitarbeit im VAC und im Hamburger Verbände-Spektrum. In Hamburg hat sich – viele früher als sonst überall – im Zuge der Bismarck-Feiern ab 1895 eine Zusammenarbeit der verschiedenen Korporationsverbände entwickelt, die Anfang 1900 zur Bildung des „Akademischen Bismarckausschusses“ führte, der seither auch  als Vereinigung Hamburger Akademikerverbände wirkt. In dieser Vereinigung hat der AHSc immer mitgewirkt; zuletzt ist der Vorsitzende des AHSC seit 17 Jahren auch Vorsitzender der Vereinigung. Diese feierte lange Jahre den Verbändekommers im November und den großen Korporationsball, zuletzt im Festsaal des Hotels Elysée. Seit 12 Jahren veranstaltet die Vereinigung einen Ökumenischen Gottesdienst mit Beteiligung je eines evangelischen und katholischen Pfarrers (beide korporiert).